Braunes Fell vor braunem Waldboden: Für unser Auge ist der Kontrast oft gering. Ein Feldspektrometer betrachtet die Szene anders. Es zerlegt das einfallende Licht in schmale Wellenlängenbereiche. So entsteht eine spektrale Signatur – eine Kurve, die beschreibt, wie viel Licht eine Oberfläche bei den einzelnen Wellenlängen zurückwirft.

Das Feldvideo aus Dezember 2018 zeigt die praktische, etwas weniger planbare Seite dieser Idee: Ein Hirsch im Gehege steht vor dem Messkopf. Das Tier interessiert sich für das Gerät, hält sich aber natürlich an kein Messprotokoll. Genau darin liegt die Herausforderung: Der Messfleck soll Fell erfassen, nicht gleichzeitig Zaun, Boden und Hintergrund.

Für eine Reflektanzmessung wird zuerst eine Referenz mit bekanntem Reflexionsverhalten gemessen, beispielsweise eine geeignete weisse Referenztafel. Hinzu kommt die Dunkelkorrektur des Geräts. Aus dem Verhältnis von korrigiertem Ziel- und Referenzsignal wird die Reflektanz bestimmt. Diese Schritte sind hier als allgemeines Vorgehen beschrieben; das kurze Video dokumentiert kein vollständiges Kalibrierprotokoll.

Anschliessend richtet man den Messkopf aus einer sicheren, mit der Tierbetreuung abgestimmten Position auf eine möglichst gleichmässige Fellpartie. Abstand, Blickrichtung, Beleuchtung und Messfeld müssen zusammenpassen. Mehrere kurze Wiederholungen helfen, Bewegung, Schatten und Mischsignale zu erkennen. Unter vergleichbaren Bedingungen lassen sich danach Boden und Vegetation als Hintergrund messen. Bei wechselnder Beleuchtung wird auch die Referenz erneuert.

Die Vergleichsgrafik zeigt drei unterschiedliche Kurven: Waldboden, Nadelbaum und braunes Wildtier. Besonders auffällig ist der starke Anstieg der Vegetationskurve am Übergang zum nahen Infrarot, die sogenannte Red Edge. Die Fellkurve steigt dort flacher an. Unterschiede im sichtbaren und infraroten Bereich können helfen, geeignete Spektralbänder für die Fernerkundung auszuwählen.

Reflektanz von 400 bis 2100 nm: Waldboden violett, Nadelbaum grün und braunes Wildtier orange. Vegetation zeigt einen deutlichen Anstieg bei etwa 700 bis 800 nm.
Spektrale Signaturen: Waldboden, Nadelbaum und braunes Wildtier

Feldvideo · Dezember 2018 (MP4) ↓